Die verborgene Gefahr vom Desinteresse bezüglich der innerstaatlichen Angelegenheiten anderer Ländern
Es
ist eine Frage der Angemessenheit, wie ein Politiker Rücksicht auf die Arbeit
seiner Kollegen nimmt. Zwischen Beobachtungen, Analysen und Experimenten liegen
die großen Unterschieden des individuellen oder (bestenfalls) kollektiven
Willens. Als allererstes, soll es aber in Auge behalten werden was, wo, wie,
warum und mit wem passiert. Die Gründe dafür sind drei. Wie ein Politiker mit ihnen
umgeht, ist für seinen Erfolg entscheidend.
Kein System ist von anderen isoliert
Die
geographische Lage, die Größe, die Wirtschaftslage sind im Kontext der
internationalen politischen Handels intervarierende Variablen, deren
Ausprägungen für eine Weile zur Seite gelegt werden sollten, wenn es zu einer
bestimmten Frage kommt: Wer ist von der jeweiligen Situation betroffen? Das
Fehlen von einer übergeordneten Autorität im interstaatlichen Raum und die
variierende Verantwortungs- und Aufgabenverflechtung je nach Politikfeld
setzten eine hohe Komplexität voraus. Die binären Codes und die Systemtheorie
von Luhmann sind dabei unanwendbar. Im
Gegenteil, kein System kann isoliert von den anderen existieren und sich
entwickeln, kein Staat könnte einen absoluten Protektionismus ausüben (auch
nicht die Russische Föderation). Folglich sind die innerstaatlichen von den
interstaatlichen Handlungen nicht abzugrenzen.
Jeder Einzelfall ist ein Indikator
Geduld
ist eine elende Eigenschaft, die man als Diplomat besitzen sollte oder
wenigstens so handeln, als ob man sie besitze (vgl. Machiavelli, „Il Principe“).
Vor allem das zweite. Jedes Argument ist stärker belegt, wenn hinter den
Wörtern eine deutliche Tendenz steht. Das Politikfeld fordert doch angemessene
Reaktionen, die aber auch zeitlich korrekt ankommen müssen – dabei gilt jeder
kleine Faktor, der sich von der generellen Entwicklung abweicht, als ein Grund
sich Gedanken darüber zu machen wieso es dazu gekommen ist.
Plan B
In
einer idealtypischen Situation wäre jeder Politiker, der schnell seine
Handlungen an der neusten Situation anpasst und adäquat vor seinen Repräsentierten
und Kollegen. Informiertheit ist dabei ein wertvoller Schatz und eine Waffe,
die sich in erster Linie durch Kommentare und Annahme von Stellungen
operationalisiert. Zusammengefasst auch mit den anderen zwei Gründe, weist das internationale System auf eins hin: Prognose
machen und Szenarien arrangieren.
*Ich kann meine Überlegungen von den
Entwicklungen im europäischen Raum in den letzten 2 Jahren und in der letzten
Woche nicht abgrenzen. Meiner subjektiven Meinung nach, beschleunigen sich die
Reaktionen der EU-Institutionen zu sehr und gehen zu weit in Handlungen, die
Panik in allen ihren Aspekten äußern, wenn es um direkten wirtschaftlichen
Angelegenheiten geht. Dabei bleiben im Hintergrund unterschätzte Ereignisse,
die in einem breiteren Zeitraum grundlegende Fragen stellen. So stehen
Gesundheits- und Sozialpolitik als Kooperationsmöglichkeiten und
–notwendigkeiten hinten in der Prioritätenliste.
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