Mittwoch, 20. Februar 2013

Ignoranz auf politisch


Die verborgene Gefahr vom Desinteresse bezüglich der innerstaatlichen Angelegenheiten anderer Ländern


Es ist eine Frage der Angemessenheit, wie ein Politiker Rücksicht auf die Arbeit seiner Kollegen nimmt. Zwischen Beobachtungen, Analysen und Experimenten liegen die großen Unterschieden des individuellen oder (bestenfalls) kollektiven Willens. Als allererstes, soll es aber in Auge behalten werden was, wo, wie, warum und mit wem passiert. Die Gründe dafür sind drei. Wie ein Politiker mit ihnen umgeht, ist für seinen Erfolg entscheidend.

Kein System ist von anderen isoliert


Die geographische Lage, die Größe, die Wirtschaftslage sind im Kontext der internationalen politischen Handels intervarierende Variablen, deren Ausprägungen für eine Weile zur Seite gelegt werden sollten, wenn es zu einer bestimmten Frage kommt: Wer ist von der jeweiligen Situation betroffen? Das Fehlen von einer übergeordneten Autorität im interstaatlichen Raum und die variierende Verantwortungs- und Aufgabenverflechtung je nach Politikfeld setzten eine hohe Komplexität voraus. Die binären Codes und die Systemtheorie von Luhmann  sind dabei unanwendbar. Im Gegenteil, kein System kann isoliert von den anderen existieren und sich entwickeln, kein Staat könnte einen absoluten Protektionismus ausüben (auch nicht die Russische Föderation). Folglich sind die innerstaatlichen von den interstaatlichen Handlungen nicht abzugrenzen.

Jeder Einzelfall ist ein Indikator


Geduld ist eine elende Eigenschaft, die man als Diplomat besitzen sollte oder wenigstens so handeln, als ob man sie besitze (vgl. Machiavelli, „Il Principe“). Vor allem das zweite. Jedes Argument ist stärker belegt, wenn hinter den Wörtern eine deutliche Tendenz steht. Das Politikfeld fordert doch angemessene Reaktionen, die aber auch zeitlich korrekt ankommen müssen – dabei gilt jeder kleine Faktor, der sich von der generellen Entwicklung abweicht, als ein Grund sich Gedanken darüber zu machen wieso es dazu gekommen ist.

Plan B


In einer idealtypischen Situation wäre jeder Politiker, der schnell seine Handlungen an der neusten Situation anpasst und adäquat vor seinen Repräsentierten und Kollegen. Informiertheit ist dabei ein wertvoller Schatz und eine Waffe, die sich in erster Linie durch Kommentare und Annahme von Stellungen operationalisiert. Zusammengefasst auch mit den anderen zwei Gründe, weist das internationale System auf eins hin: Prognose machen und Szenarien arrangieren.

*Ich kann meine Überlegungen von den Entwicklungen im europäischen Raum in den letzten 2 Jahren und in der letzten Woche nicht abgrenzen. Meiner subjektiven Meinung nach, beschleunigen sich die Reaktionen der EU-Institutionen zu sehr und gehen zu weit in Handlungen, die Panik in allen ihren Aspekten äußern, wenn es um direkten wirtschaftlichen Angelegenheiten geht. Dabei bleiben im Hintergrund unterschätzte Ereignisse, die in einem breiteren Zeitraum grundlegende Fragen stellen. So stehen Gesundheits- und Sozialpolitik als Kooperationsmöglichkeiten und –notwendigkeiten hinten in der Prioritätenliste.